[Rezension] Wung-Sung, Jesper – Weg mit Knut

Quelle: Hanser Verlage

Jesper Wung-Sung – Weg mit Knut
 | ISBN: 978-3-446-25495-4 | Seiten: 224 | Erscheinungsdatum: 30. Januar 2017 | Verlag: Hanser Verlag |Format: gebundene Ausgabe | Preis: 15€


Kurzbeschreibung

An Williams Leben ist gar nichts normal. Denn William hat Krebs. Und William hasst Knut. Knut wohnt unter Williams Bett und kommt nur hervor, wenn die beiden allein sind. Irgendwann kam er einfach durchs Fenster geklettert, kugelrund und mit perfektem Seitenscheitel. Inzwischen denkt Knut gar nicht mehr daran, wieder zu verschwinden. Aber William muss Knut loswerden, egal wie. Denn Knut ist nicht irgendwer. Er verkörpert Williams Krankheit und damit auch den Tod. Solange Knut bei ihm ist, kann William nicht gesund werden. Doch William wächst über sich selbst hinaus und befreit sich: von Knut und dem Krebs. Wunderbar feinfühlig fängt dieses Jugendbuch die Gedankenwelt des kranken William ein. 
Quelle: Hanser Verlag

Autor

Jesper Wung-Sung, 1971 geboren, studierte Literatur, Englisch und Dänisch an der Universität von Kopenhagen. Seit 1998 veröffentlichte er zahlreiche Kurzgeschichtensammlungen und Jugendbücher, für die er mit den wichtigsten Preisen seines Landes ausgezeichnet wurde, u. a. mit dem Staatspreis für Literatur des dänischen Kulturministeriums. Seine Jugendromane gehören zu den meistgelesenen Werken in dänischen Schulen. Der Autor beteiligt sich regelmäßig an sozialen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten und ist ein gefragter Redner zu Themen wie Gewalt, Toleranz, männliche Identität, soziale Ungerechtigkeit etc. Opfer – Lasst uns hier raus! (2016) war sein erstes Jugendbuch bei Hanser. 2017 folgte sein Jugendroman Weg mit Knut!

Quelle: Hanser Verlag
 
Meine Meinung

William hasst Knut aus tiefstem Herzen. Er hat schon auf unzähligen Wegen versucht, Knut zu töten. Doch bisher gelang es ihm nicht, denn es ist gar nicht so einfach Knut loszuwerden. Knut ist Williams Kranhkeit, denn er hat Krebs und auch diesen ist er bisher nicht losgeworden. Aber er wünscht es sich so sehr.
Ob es ihm gelingt beide zu bekämpfen? Schließlich ist er laut Knuts Aussage ja lediglich “ ein verwöhnter, fauler, blassgesichtiger und unwissender Bengel“.

Das Thema Krankheit und/oder Krebs ist ja gerade ziemlich en Vogue. Autoren verpassen ihren Protagonisten tödliche Krankheiten nebst Sorgen und entscheiden quasi selber über Leben und Tod. Auch dieses Buch befasst sich mit dem Thema Krebs, aber es ist aus der Sicht des eines Jungen geschrieben, der sich nicht nur mit seiner Krankheit sondern auch mit seinem imaginären Freund Knut herumschlagen muss. William muss gegen zwei Feinde kämpfen. Das macht das Ganze nicht einfacher, aber macht ihn umso stärker.

Der Schreibstil ist einerseits kindlich, aber auch sachlich. Knut mit seinen bissigen Kommentaren ist da das krasse Gegenteil zu. Er hat mich an vielen Stellen an „Karlsson vom Dach“ erinnert. Frech und mit großer Klappe geht er den Menschen auf die Nerven. Die harte Realität, die William durch seine Krankheit erlebt, wird Dank Knut vermeintlich leichter. Williams Fantasie ist es, die den Jungen stark macht und ihn gegen seine beiden Feinde kämpfen lässt.

Es ist eine schöne Geschichte, die Mut macht und in meinen Augen auch ein wenig Poesie austrahlt. Ohne viel Gefühlsduselei konnte sie mein Leserherz für sich gewinnen. Auch wenn ich, Dank des etwas verschrobenen Handlungsaufbau,  ab und an nicht wusste, wo ich mich gerade befand, mochte ich die Erzählweise des Autors sehr – Humorvoll und manchmal bissig als auch nüchtern und manchmal realistisch. Er findet den richtigen Ton, um William der Welt vorzustellen und ihr seinen Kampf und seinen Weg in ein von Krankheit und Knut befreites Leben zu zeigen. Als „verwöhnter, fauler, blassgesichtiger und unwissender Bengel“ ist William doch sehr mutig und mit Hilfe seiner Fantasie voller Farbe und schlau genug, Knut endlich in seinen Grenzen zu veweisen und sich von ihm zu verabschieden.

Fazit

„Weg mit Knut“ ist ein schönes, mutmachendes Buch – nicht nur für Kinder. Jesper Wung-Sungs Art und Weise Williams Kampf gegen zwei Feinde in die Welt hinauszutragen ist realistisch. Aber auch gespickt mit wunderbaren Humor und einer leichten Bissigkeit, die die Tragik eines kranken Kindes auflockert und so wundervoll, dass ich euch diese Geschichte ans (Leser-)Herz legen möchte.

Danke für's hier verweilen und teilen Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInPin on Pinterest

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.