[Rezension] Weberg, Liv Marit – Zum Glück bemerkt mich niemand… dachte ich

Quelle: Fischer Verlag

Titel: Zum Glück bemerkt mich niemand … dachte ich
Originaltitel: Jeg blir heldigvis ikke lagt merke til
Autor: Liv Marit Weberg
Übersetzer: Hinrich Schmidt-Henkel
Erscheinungsdatum: 19. Februar 2015
Verlag: Sauerländer
ISBN: 978-373-735170-6
Format: gebundene Ausgabe
Seiten: 224
Preis: 12,99€

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Gerade ist Anne Lise in ihrer erste eigene Wohnung gezogen – Großstadt! Jungs! Yay! -, doch das wilde Partyleben lässt auf sich warten. Denn Anne Lise ist schüchtern. So DERARTIG schüchtern, dass es kaum auszuhalten ist. Vor allem ihr Freund Tore hält es keinen Tag länger aus…. und geht. Und als ihre Eltern ihr dann auch noch den Unterhalt streichen, wird Anne Lise überraschend klar: Vielleicht kann man sein Leben doch nicht unsichtbar verbringen?
Quelle: Fischer Verlag

Liv Marit Weberg wurde 1988 als schüchternes kleines Mädchen geboren und lebt heute in Oslo. Sie hat am Norwegischen Kinderbuchinstitut literarisches Schreiben studiert und ihren Master in Nordischer Literatur an der Universität Oslo gemacht. In ihrem Debütroman “Zum Glück bemerkt mich niemand… dachte ich” verarbeitet sie auch ihre eigenen Gefühle und Erfahrungen – und treibt sie auf die Spitze.

Quelle: Fischer Verlag

Anne Lise ist schüchtern – wirklich schüchtern. So schüchtern, dass sie überhaupt gar nicht mit anderen Menschen vernünftig kommunizieren kann. Sie verzieht sich lieber in ihre eigenen vier Wände anstatt sich Freunde und Kontakte zu anderen Studenten zu suchen. Als ihr Freund Tore die Flucht ergreift, weil er einfach nicht bei ihr durchdringen kann, und ihre Eltern ihr den Unterhalt streichen, ist Anne Lise gezwungen, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen. Ob ihr das gelingt, ist eine der großen Fragen in diesem Buch…
Liv Marit Weberg ist hierzulande eine relativ unbekannte Autorin. Mit ihrer Protagonistin Anne Lise hat sie nicht nur eine teilweise autobiographische Geschichte geschrieben. Sie hat auch ein Buch veröffentlicht, welches sich in der großen Welt der Literatur leider noch nicht so durchgesetzt hat. Warum das so ist, wollte ich herausfinden, weshalb ich ihr Erstlingswerk gelesen habe.
Der Schreibstil überrascht schon auf den ersten Seiten. Er war doch recht gewöhnungsbedürftig. Anfangs dachte ich, warum die Autorin so nüchtern schreibt. Ich habe wirklich mehr Emotionen gleich zu Beginn erwartet. Aber nach und nach verstand ich, was das Ziel von Weberg war. Ihre Protagonistin hat einfach Schwierigkeiten Emotionen zu zeigen. Sie ist zu schüchtern, sich anderen Menschen zu öffnen, und das wollte die Autorin einfach verdeutlichen. Eine gewisse Übertreibung schwebt auf den ganzen Seiten mit, aber sie macht Anne Lises auftreten auch so herrlich skurril.
Anne Lise ist wirklich eine Marke. Zwischenzeitig hätte ich sie echt an die Wand klatschen können. Da hat sie (anscheinend) einen tollen Freund, der wirklich viel Geduld mit ihr beweist, und sie schafft es trotzdem nicht, ihr Schneckenhaus zu verlassen. Dieses Schneckenhaus scheint so dermaßen hart und verworren zu sein, dass es wirklich fast ein Wunder bedarf, dass Anne Lise sich endlich öffnet. Und irgendwann passiert es…. Langsam aber sicher wird sie redseliger und wirft auch mal einen Spruch in die Runde. Aber alles ganz bedächtig und immer mit einer großen Portion Vorsicht.
Wenn man am Ende ein Wunder erwartet und hofft, dass Anne Lise eine 180°-Wendung macht, dem sei schon mal verraten, dass dem nicht so ist. Aber Anne Lise geht ihren Weg, in kleinen leisen Schritten und immer mit Bedacht. Sie analysiert jede Situation, jeden Menschen. Mit der Zeit lernt sie, dass sie nicht so weitermachen kann und das ist das Schöne an diesem Buch. Es macht den Eindruck, das selbst dieses Buch die schüchterne Philosophie von Anne Lise sich einverleibt hat. Denn so richtig bemerkt wurde dieser kleine Schatz bisher noch nicht. Aber vielleicht ändert sich das ja in kleinen Schritten, mit der richtigen Initialzündung…. wie es halt auch bei Anne Lise der Fall ist.

“Zum Glück bemerkt mich niemand… dachte ich” hat einfach mehr Aufmerksamkeit verdient. Der Anfangs schon sehr gewöhnungsbedürftige Schreibstil, verdeutlicht im Laufe der Handlung einfach wie die Protagonistin tickt. Liv Marit Weberg hat einen doch recht skurrilen Charakter erschaffen, der mich als Leser erst mit der Zeit gewinnen konnte. Ein stilles Mädchen, welches ihren stillen Weg geht, um sich doch irgendwie bemerkbar zu machen. Einfach sympathisch!
Von mir gibt es

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