Steinhöfel, Andreas – Anders

Quelle: Carlsen

Andreas Steinhöfel – Anders
 | ISBN: 978-3-551-56006-3 | Seiten: 240 | Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2014 | Verlag: Königskinder |Format: gebundene Ausgabe | Preis: 16,90€


Kurzbeschreibung

 

Nach dem Unfall sind Zeit und Welt aus den Fugen. 263 Tage liegt der Winterjunge im Koma, exakt die Anzahl jener Tage, die seine Mutter vor elf Jahren mit ihm schwanger war. Dann erleben die Menschen um ihn herum ein Wunder: An einem prächtigen Sommertag kehrt Felix Winter zurück ins Leben. Und nennt sich von nun an anders, nämlich Anders. Er hat keinerlei Erinnerung mehr an die Zeit vor dem Unfall oder an den Unfall selbst … und es gibt jemanden, der alles dafür tun wird, dass das so bleibt.
 Quelle: Carlsen

Autor

Andreas Steinhöfel wurde 1962 in Battenberg geboren, arbeitet als Übersetzer und Rezensent und schreibt Drehbücher – vor allem aber ist er Autor zahlreicher, vielfach preisgekrönter Kinder- und Jugendbücher, wie z. B. »Die Mitte der Welt«. Für »Rico, Oskar und die Tieferschatten« erhielt er u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis. 2009 hat Andreas Steinhöfel den Erich-Kästner-Preis für Literatur verliehen bekommen und 2013 wurde er mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. Andreas Steinhöfel ist als erster Kinder- und Jugendbuchautor Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

 Quelle: Carlsen
Meine Meinung

Nach einem Unfall fällt der Junge Felix Winter in ein 263 Tage andauerndes Koma. Als er wieder erwacht, ist alles anders. Felix ist anders und er nennt sich selbst fortan an auch so. Anders. Seine Umwelt begegnet Anders nun auch anders. Er kann die Auren der Menschen sehen und deren Farben. Er erkennt Krankheiten und Gemütszustände und kann diese auch beeinflussen. Seine Mutter, die Felix’ Leben bis ins kleinste Detail verplant hatte, bricht eine Welt zusammen, als Anders sich verändert. Aber da ist noch mehr… Da ist ein Geheimnis….

Schon vor dem Unfall schien der Junge sehr ungewöhnlich gewesen zu sein und nicht wirklich viele Freunde zu haben. Aber da er alles vergessen hat, was vor dem Unfall war, ist dies hinfällig. Zumindest ist er nach dem Unfall noch sonderbarer. In meinen Augen ist er auch manchmal etwas beängstigend und leicht gruselig. Ebenso für seine Eltern, seine Nachbarn und andere.

Diese Geschichte lebt von der Besonderheit des Protagonisten und der Echtheit seiner Selbst und seiner Umgebung. Es ist durchaus ein poetisches Buch und besticht durch die bunte Farbenwelt, durch die Anders seine Umgebung betrachtet. Im Gegensatz dazu ist das Buch an sich mit den Farben goldgelb, schwarz und weiß relativ nüchtern gestaltet. Ich finde ja, dass das gut passt. Denn hier zählt der Inhalt und da darf die Buchgestaltung nicht ablenken.

Ich hattte anfangs leichte Schwierigkeiten mich an Anders zu gewöhnen. Aber als ich ihn verstand, klappte es mit uns beiden. Er ist halt anders und das muss man akzeptieren. Der Autor Andreas Steinhöfel hat mit dem Jungen einen ungewöhnlichen Charakter geschaffen und macht es dem Leser zur Aufgabe, diesen auf ebenso ungewöhnliche Art kennenzulernen. Vielleicht ist der Schreibstil nicht Jedermanns Sache. Aber die Geschichte sollte es sein. Sie strahlt trotz der direkten Sprache und trotz Kraftausdrücke Herzenswärme aus. Es ist halt nicht schlimm anders zu sein und das zeigt uns dieses Buch und der 11-jährige Anders. Man muss auch mal aus dem Blickwinkel des Anderen die Welt betrachten können. Das hilft ungemein!

Fazit

Anders ist so anders. Und das ist gut so. Andreas Steinhöfel hat mit diesem Jugendbuch eine poetische, ehrliche und authentische Geschichte verfasst. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, klettert Anders mit seinem Verhalten langsam ins Herz und zeigt wie einfach es ist, einfach mal anders zu sein. So besonders Anders ist, so besonders ist dieser Roman und bekommt meine vollste Leseempfehlung.

 

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One thought on “Steinhöfel, Andreas – Anders

  1. Hallo Carolin,
    ich mochte das Buch auch sehr. Auch weil der Prota kein Held im klassischen Sinne ist. Wie du war ich mir über weite Strecken nicht mal sicher, ob ich ihn mag oder nicht. Den Papa fand ich großartig, für mich der wichtigste Nebencharakter. Und schon mit der Mama hatte ich wieder Probleme.
    Kennst du "Die Mitte der Welt" von Andreas Steinhöfel? Das war mein erstes Buch von diesem Autor, Anders war mein zweites. Wenn dir Anders gefallen hat, wirst du Die Mitte der Welt auch lieben.
    Ich habe dich bei meiner Wanderung durch die Welt der Bücherblogs verlinkt.
    Gruß
    Daniela

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