[Rezension] Sepetys, Ruth – Salz für die See

Quelle: Carlsen

Titel: Salz für die See
Originaltitel: Salt to the Sea
Autor: Ruta Sepetys
Übersetzer: Henning Ahrens
Erscheinungsdatum: 29. September 2016
Verlag: Königskinder
ISBN: 978-355-156023-0
Format: gebundene Ausgabe
Seiten: 416
Preis: 19,99€

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Die letzten Kriegstage des Jahres 1945: Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Darunter Florian, ein deutscher Deserteur, Emilia, eine junge Polin, und Joana, eine litauische Krankenschwester. Eine Notgemeinschaft, in der jeder ein Geheimnis hat, das er nicht preisgeben will. Denn der Krieg hat sie Misstrauen gelehrt. Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstrek den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Haff. In Gotenhafen, so heißt es, warte die Wilhelm Gustloff, um sie nach Westen zu bringen. Doch auch dort sind sie noch lange nicht in Sicherheit.

Quelle: Carlsen

Ruta Sepetys, geboren und aufgewachsen in den USA, hat selbst Vorfahren aus Litauen, einem Land, das wie Estland und Lettland 1940 für fünfzig Jahre von den Landkarten verschwand. Mit ihrem Buch will die Autorin all jenen Hunderttausenden Balten eine Stimme geben, die während der Schreckensherrschaft Stalins ums Leben kamen. Ruta Sepetys lebt mit ihrer Familie in Tennessee, USA. “Und in mir der unbesiegbare Sommer” ist ihr erstes Buch.
Quelle: Carlsen 
Januar 1945: Menschen sind auf der Flucht vor den russischen Invasoren. Sie flüchten vor Folter, Hunger und Tod. Emilia, Joana und Florian begegnen sich auf einem Flüchtlingstreck, der auf dem Weg nach Gotenhafen ist. Dort steht die große “Wilhelm Gustloff”, der Stolz der Nazis und Rettungsschiff für zehntausende Menschen. Sie alle wollen ihr Glück versuchen, auf dieses Schiff zu gelangen und begeben sich in große Gefahr. Dabei verwebt sich ihr aller Schicksal bald mehr, als mancher zunächst gedacht hat. 
Selten habe ich ein Buch gelesen, was so bedrückend und so mitreißend zugleich ist. Ich habe schon einige Bücher über den zweiten Weltkrieg gelesen, aber dieses hier hat mich teilweise geschockt und teilweise auch sprachlos zurück gelassen.
Anhand von drei Schicksalen lässt uns die Autorin Ruta Sepetys in die Grauen des zweiten Weltkriegs blicken. Gebeutelt und geschasst von Flucht, Hunger und Verfolgung ist die “Wilhelm Gustloff” die erhoffte Rettung für Emilia, Joana und Florian. Zunächst eine eher unerwünschte Zweckgemeinschaft (besonders aus der Sicht Florians) müssen sie bald lernen, sich aufeinander zu verlassen und damit nicht nur sich sondern auch allen anderen zu retten.
Dieses Buch lebt vom Perspektivwechsel. Wo es bei manchen Büchern ein zuviel sein kann, war es hier ein GENAU RICHTIG. Jeder einzelne trägt ein Geheimnis mit sich und nach und nach erfährt der Leser auch, was “vorher” geschehen ist. Ob belastet von Schuld oder Pein – es sind die Menschen in der ganzen Gruppe, die einem Schutz bieten. Ob es, in einer Nebenrolle, der Schuh-Poet ist, der ein liebevoller Opa für einen zugelaufenen Jungen und guter Ratgeber für alle anderen ist. Oder die Hauptfiguren selber, die alle Grund genug haben müssten, einander zu mißtrauen und sich doch miteinander arrangieren (müssen). 
Selten habe ich eine fiktive Geschichte erlebt, die einen so mitnimmt. Im ganzen Buch herrscht eine beklemmende Atmosphäre, die teilweise schon beängstigend und sehr real ist. Jedes einzelne Schicksal hat mich mitgenommen und besonders der Schuh-Poet ist mir ans Herz gewachsen. Das dieses Buch kein gutes Ende nimmt und man die Katastrophe “live” miterlebt, macht es nicht leichter. Dennoch kann ich euch das Buch nur ans Herz legen. Es ist für mich schon so früh im Jahr ein Highlight und ein wertvoller (wenn auch fiktiver) Bericht über eine grauenhafte Zeit.

“Salz für die See” von Ruta Sepetys ist jetzt schon ein absolutes Highlight für mich. Eine beklemmende und erschreckend real wirkende Handlung machen dieses Buch zu einem absoluten Pageturner. Die Geschichte lebt von einem gelungenem Perspektivwechsel und einer sich bis zum Schluss haltenden Spannung. Absolute Leseempfehlung und in meinen Augen vielleicht auch eine Pflichtlektüre!

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