[Rezension] Leciejewski, Barbara – Die Nächte, die Tage und das ganze Leben

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Barbara Leciejewski – Die Nächte, die Tage und das ganze Leben
 | ISBN: 978-147-782281-4 | Seiten: 272 | Erscheinungsdatum: 14. Februar 2017 | Verlag: Montlake Romance | Format: Taschenbuch | Preis: 9,99€


Kurzbeschreibung

Hellseherei? Kompletter Unsinn! Das zumindest glaubt Fanni und beschließt mitten auf dem Münchner Winter-Tollwood, dafür den Beweis anzutreten. Impulsiv, wie sie ist, leiht sie sich kurzerhand den nächstbesten ihr völlig unbekannten jungen Mann bei seiner Freundin aus. Als angebliches Paar wollen sie die ortsansässige Hellseherin als Schwindlerin demaskieren. 
Keine Stunde später steht das Leben der beiden auf dem Kopf.

Es ist der Auftakt zu einer tragisch-komischen Geschichte zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Fanni erfährt die große Liebe ebenso wie den größten Liebeskummer, vor allem aber erfährt sie jede Menge über sich selbst.
Und ganz am Ende landet sie noch einmal bei der Hellseherin …

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Autor

Barbara Leciejewski schrieb ihren ersten Roman mit zwölf. Einen Liebesroman. Kitschig, naiv, etwa vierzig krakelige DIN A5 Blockseiten, kariert. Kariert war ihr immer lieber als liniert. Der Berufswunsch danach war klar: Schriftstellerin. Ebenso klar war: Das wird man nicht, das ist kein Beruf.
Also dann: Abitur, vom Land in die Großstadt München gezogen, studiert (Germanistik und Theaterwissenschaft), Jobs am Theater (Regieassistenzen, Statisterie, Bühnenkram), Magisterarbeit über Kriminalromane geschrieben, Synchroncutterin geworden, Familie gegründet. Karierte Blöcke gekauft … da war doch was.
Man muss nicht Schriftstellerin sein, um zu schreiben, aber nur wenn man schreibt, kann man es werden.
Computer gekauft (das hilft), geschrieben, verworfen, die Festplatte zugemüllt, geschrieben, den zweiten Roman beendet.
Bisher haben vier Romane ihren Weg zu Verlagen gefunden. Nach wie vielen sich die Autorin Schriftstellerin nennen wird, ist ungewiss, gewiss ist nur: Sie schreibt weiter.

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Meine Meinung

„Ja, ja… Hellseherei! Von wegen. Alles nur Humbug und Geldschneiderei.“ Ungefähr so schimpt Fanni auf dem Tollwood in München, als sie mit ihren Freundinnen über den Markt schlendert. Um dies endlich beweisen zu können, schnappt sie sich den erstbesten Typen und geht mit ihm zur Wahrsagerin. Danach ist nichts mehr wie es war.
Nat, der eigentlich auf den unmöglichen Namen Horst hört, und Fanni sind Schicksalszwillinge und verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Aber das Leben kommt den beiden dazwischen und die beiden verlieren sich aus den Augen. Die nächsten Monate sind geprägt von Liebeskummer und einer Menge Selbsterkenntnis. Aber das Schicksal hat mit Fanni und Horst auch noch nicht so schnell abgeschlossen.

Ich hatte mal wieder so richtig Lust auf eine Liebesschmonzette, da kam die Leserunde bei Lovelybooks zu diesem Buch gerade richtig. Ich gewann, ich tauchte in die Geschichte ein, aber leider auch genauso schnell wieder auf. Trotz viel Romantik und Wortwitz, muss sich die Autorin auch Kritik gefallen lassen.

Fanni ist eine realitische Frau, die nicht an Magie, Hellseherei und anderen Schnabernack glauben will. Sie steht da im krassen Gegensatz zu ihrer besten Freundin, die oft die kleinste Entscheidung nicht ohne Tarot-Karten treffen kann. Ihr spontanes Vorhaben, endlich mal die Schalatanerie hinter dem Ganzen aufzudecken, entpuppt sich als lebensveränderndes Ereignis. Sie findet in Nat die große Liebe.

So schnell die Gefühle zwischen den Beiden aufkeimen, so schnell geben sich die beiden auf. Eine Krise, ein Streit und plötzlich soll wieder Schluss sein mit der Romantik? Die junge Liebe und die frischen, aber heftigen Gefühlen, sind dem Kampf noch nicht gewachsen. Beide ziehen sich schnell wieder zurück. Fanni und Nat nehmen sich da beide nichts. So durchlebt der Leser gemeinsam mit Fanni ein ganzes Jahr voller Auf und Ab der Gefühle. Mit der Zeit wächst bei Fanni die Selbsterkenntnis und sie kommt mit sich in Reinen.

Horst, oder doch lieber Nat, war ein netter Typ und begabter Pianist. Mir war er an vielen Stellen zu weich, zu lasch und zu blass. Er zieht sich schnell zurück  und gibt sich wenig kämpferisch. Das gefiel mir so gar nicht und hier hätte ich vielleicht doch etwas mehr einen Bad Boy erwartet, als dieses sensible männliche Wesen. Aber naja…

Der Schreibstil von Barbara Leciejewski ist locker und auch sehr gefühlvoll. Aber sie schaffte es dennoch nicht, dass ich mich mit den Charakteren verbunden fühlte. An vielen Stellen war ich genervt von Fanni, weil sie ihren Gedanken zu oft Luft gab. Und auch der Horst war mir einfach nicht existent genug. Seinen Rückzug fand ich blöd, trotz das er durch seine Liebe zur Musik einige Pluspunkte bei mir sammeln konnte. Ich kann mich eigentlich immer noch nicht für ein abschließendes Fazit entscheiden, muss aber sagen, dass ich doch etwas mehr erwartet hätte.

Fazit

Eigentlich ist „Die Nächte, die Tage und das ganze Leben“ eine tolle Geschichte, aber leider konnte sie mich nicht 100%ig begeistern. Barbara Leciejewski hat einen tollen und gefühlvollen Schreibstil. Dennoch half dieser nicht, dass ich mit den Charakteren warm wurde. Zu wenig kämpferisch und zu wenig mitreißend. Nicht jede Geschichte muss einen Bad Guy haben, aber hier hätte gerade dem männlichen Protagonisten etwas mehr Rückgrat gut getan.

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