[Rezension] Fessel, Karen-Susan – Und wenn schon

 

Karen-Susan Fessel – Und wenn schon
 | ISBN: 978-384-150444-9 | Seiten: 160 | Erscheinungsdatum: 11. November 2016 | Verlag: Oetinger |Format: Taschenbuch | Preis: 6,99€

Kurzbeschreibung

Wer heißt denn heute noch Manfred? Nicht nur sein Name macht Manfred in der Schule zum Außenseiter. Seine Familie lebt von Hartz IV und ist so arm, dass er nicht mal eine neue Badehose bekommt. Doch Greta, das Mädchen mit dem fröhlichen Lächeln, zeigt ihm: Es gibt auch Menschen, die keine Vorurteile gegen ihn haben. Auch nicht, als seine großen Brüder mit der Polizei aneinandergeraten.  
 Quelle: Oetinger

Autor

Karen-Susan Fessel (*1964 in Lübeck) wollte schon als Kind Schriftstellerin werden – spätestens, seit sie von ihren Eltern im zarten Alter von 7 Jahren eine gelbe Reiseschreibmaschine zum Geburtstag bekam, auf der sie in der Folgezeit ihre ersten Geschichten tippte. Bis zur vielfach ausgezeichneten Autorin war es kein einfacher Weg, aber ein spannender und abwechslungsreicher: Als Kind vielfach umgezogen, ließ Karen-Susan Fessel sich 1983 nach dem Abitur in Berlin nieder, wo sie zunächst Theaterwissenschaft, Deutsch und Französisch studierte – und reichlich Lebenserfahrung sammelte, womit sie sich bis heute noch ausnehmend gern beschäftigt. Nach Abschluss des Studiums arbeitete sie als Fahrradkurier und schrieb ihren ersten Roman “Und abends mit Beleuchtung”, der 1994 gleich im ersten Anlauf erschien. Mit dem erotischen Erzählband “Heuchelmund” (1995) und dem Roman “Bilder von ihr” (1996) gelangen ihr gleich zwei moderne Klassiker der Frauenliteratur; “Ein Stern namens Mama” (1999), ihrem ersten Kinderbuch, bescherte ihr einen grandiosen Einstieg in die Kinder- und Jugendliteratur; das Buch, in dem eine 11jährige vom Krebstod ihrer Mutter erzählt, gilt bis heute als eines der wichtigsten Bücher zum Thema Tod und Trauer in der europäischen Kinderliteratur.

Karen-Susan Fessels zentrale Themen in allen bisher erschienenen 25 Büchern sind der Umgang mit Krankheit, Tod und Außenseitern; alle drei Themen finden sich auch in ihrem neuesten und bisher umfangreichsten Werk für Erwachsene, dem Roman “Leise Töne” (2010).

Quelle: Oetinger
  
Meine Meinung

Ich habe dieses Buch schon im Frühjahr 2016 in der Verlagsvorschau von Oetinger entdeckt. Der Klappentext und die Geschichte eines Außenseiters machten mich damals neugierig und ich war gespannt, was mich erwartete.
Manfred ist nicht der typische Held eines Jugendbuches. Er kommt aus einer sehr armen Hartz4-Familie und häufig bekommt er nicht mal etwas anständiges zu essen. Seine Brüder sind ein chaotischer Haufen, mit denen es Manfred auch nicht so leicht hat. Überall ist der Junge eher ein Außenseiter. Vorurteile prasseln auf ihn nieder.  Doch das Mädchen Greta zeigt Manfred, dass es auch anders geht. 
Dieses Buch hat nur 160 Seiten. Eine schöne kurze Geschichte also, oder? 
Es ist auf jeden Fall eine ungewöhnliche Geschichte. Mit Manfred schuf die Autorin einen leicht lethargischen Charakter, mit dem ich nicht ganz warm wurde und dessen Ausdrucksweise mir oft nicht gefiel. Ich weiß nicht, ob es die heutige Jugendsprache ist. An vielen Stellen war ich aber froh, zur jetzigen Zeit kein Jugendlicher mehr zu sein, denn zeitweise war es echt grauenhaft, dieses Buch zu lesen.
Zwar kam ich irgendwann damit zurecht, aber der Knaller war es trotzdem nicht. Die Geschichte ist teilweise schon sehr bedrückend. Besonders wenn die Autorin von Manfreds Familie erzählte. Diese Armut ist schon krass gewesen und man fragt sich, wie Familien dies überhaupt überstehen. Man könnte meinen, dass Geld mit Liebe ausgeglichen wird. Jedoch hatte die Autorin wohl vorgesehen, dass die Familie auch mit dieser recht sparsam und ärmlich umging. Alles in allem würde man Manfreds Familie wohl als asozial bezeichnen. Im Gegensatz dazu steht die süße Greta, die Manfred Selbstbewusstsein und Freundschaft schenkt. Beide zusammen gaben irgendwie doch ein skurilles Gespann ab. 
Mit dem Schreibstil konnte mich die Autorin nur mäßig begeistern. Der Einstieg war schwierig, da ich mich erstmal auf die Jugendsprache einlassen musste. Nach einigen Kapitel ging es dann zwar, aber letztendlich konnte mich die Geschichte auch nicht hundertprozentig fesseln. Für mich kam nur teilweise Spannung auf, so dass ich letztendlcih doch froh war, dass dieses Buch nur 160 Seiten hat. Oder vielleicht habe ich auch einfach nicht den Sinn hinter der Geschichte verstanden. Wer weiß…

Fazit

 Karen-Susan Fessels “Und wenn schon” konnte mich nicht vollends überzeugen. Die gewählte “Jugendsprache” war doch recht gewöhnungsbedürftig und erschwerte mir den Einstieg. Auch mit der Hauptfigur kam ich nicht immer zurecht. Alles in allem ist dieses Buch nichts für mich gewesen. Und auch wenn die Autorin den Leser dazu bringt, sich mit dem Thema Armut auseinanderzusetzen, konnte mich die gesammte Handlung nicht fesseln noch begeistern.

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