Badey, Andrea & Kühn, Claudia – Strom auf der Tapete

Quelle: Hörcompany

 

Andrea Badey & Claudia Kühn – Strom auf der Tapete

 

 | ISBN: 978-3945709-50-4 | Dauer: 3h 55 Min | Erscheinungsdatum: 19. April 2017
 | Sprecher: Steffen Siegmund | Preis: 14,95€

 

Kurzbeschreibung

 

Ron Robert Ranke hat zwar keinen Plan, aber ein altes Foto aus der Küchenschublade. Er lebt in einer Hochhaussiedlung am Rand von Frankfurt/Oder und will seinen Vater finden. Seine Mitschülerin Clara, geheimnisvoll und schweigsam, kommt aus einer wohlhabenden Familie und sitzt seit einem Jahr im Rollstuhl. Was sie zusammenbringt, ist ein geliehenes weißes Cabriolet, mit dem sie an Ron Roberts 16. Geburtstag zur Wahl der Oderbruchkönigin in ein gottverlassenes Dorf an der polnischen Grenze fahren.
Quelle: Hörcompany

Autor

Kühn, geboren in Berlin, im Erzgebirge aufgewachsen, lebt in Berlin. Nach einer Berufsausbildung an der Medizinischen Fachschule Dresden studierte sie an der Humboldt Universität in Berlin Germanistik und Kulturwissenschaften. Seitdem schreibt sie Drehbücher, Romane und Hörspiele. Sie ist Autorin von Türkisch für Anfänger, Elfmeter für Nelly (beide Carlsen Verlag), Ritter Rost, Banklady u.a.

Badey, ist geboren und aufgewachsen im Ruhrgebiet, war Stenografin am Sozialamt Oberhausen und machte eine Schauspielausbildung. Sie ist Kabarettistin und tourt mit ihrem Programm Eine Frau geht seinen Weg. Sie lebt in Köln.

Quelle: Hörcompany

 

Sprecher

Steffen Siegmund, 1992 geboren, begann 2009 sein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Am Mecklenburgischen Landestheater Parchim war er bereits während seines Studiums als Gastschauspieler zu sehen. In der Spielzeit 2012/2013 gehörte er zum Ensemble am Maxim Gorki Theater in Berlin. Ab der Spielzeit 2013/2014 trat Steffen Siegmund im Alter von 21 Jahren sein erstes Festengagement am Thalia Theater Hamburg an und wurde dort bereits stürmisch gefeiert.

Quelle: Hörcompany
Meine Meinung

Eigentlich wollten Clara und Ron Robert Ranke nach Berlin, weil das Mädchen unbedingt ein Konzert besuchen wollte. Aber Pläne ändern sich, wie so meistens, und die beiden Schulkameraden fahren mit einem weißen Cabrio in ein Kaff sondergleichen. Das weiße Cabrio, ein Geburtstagsgeschenk seiner Mutter Peggy, fährt der 16-jährige Ron Robert natürlich verbotenerweise, aber sie kommen sicher am Ziel, in Letschow, an. Dort, wo sich Fuchs und Hase wahrscheinlich schon auf polnisch Gute Nacht sagen, steht die jährliche Wahl der Oderbruchkönigin an und Ron Roberts Mutter ist eine Ehemalige. Auf der Suche nach seinem Vater, erhofft sich der Junge in dem Dorf, endlich die gesuchte Person zu finden.

Die Geschichte beginnt in einer Hochhaussiedlung in Frankfurt/Oder. Der 16-jährige Ron Robert, lebt dort in ärmlichen Verhältnissen und einer von Tristesse geprägten Welt. Aber er hat sein Herz am rechten Fleck. Er will unbedingt wissen, wer sein Erzeuger ist. Auf der Reise nach Letschow passiert viel Skurriles und auch mit seiner Schulkameraden Clara versteht er sich immer besser. Ron Robert selbst, ist ein lustiger Typ. Seine Art macht dieses Hörbuch sehr lebendig und auch witzig.

Clara wächst als Kind reicher Eltern auf, die Besagte aber kaum zu Gesicht bekommt. Meist kommuniziert man mit Zetteln im Alltag. Clara ist einsam und kritisiert aber auch ihre Familienverhältnisse offen und direkt. Sie liebt die klassische Musik und will eigentlich zu einem Konzert nach Berlin, weil sie sich beweisen will, dass sie auch als Rollstuhlfahrerin alles schaffen kann. Mit Ron Robert kommt sie nach anfänglichen Zögern gut klar und weist ihn auch oft in seine Schranken.

Wer jetzt bei “Strom auf der Tapete” eine kleine Liebesgeschichte erwartet hat, der dürfte eventuell enttäuscht sein. Aber der lockere Erzählstil und die wirklich witzigen Dialoge machen viel wett. Diese Geschichte ist schon etwas besonderes und besticht durch ihren skurrilen Humor. Aber auch die Position der Freundschaft ist ein wichtiger Punkt. Clara und Ron Robert können sich aufeinander verlassen und merken dies auch schnell. Sie beide sind ein tolles Duo und es wäre toll, wenn man sie in weiteren Geschichten erleben darf.

Witzige Dialoge, seltsame Charaktere, die aber irgendwie auch so klischee-erfüllt sind, dass es schon wieder Spaß macht… Darauf baut diese Geschichte und lebt auch davon. Es ist kein alltäglicher Jugendroman. Er ist authentisch und wird von den munter dahin geballerten Dialogen geprägt. Und trotz der humorlastigen Erzählweise, versteckt sich auch ein ernster Hintergrund hinter der Handlung. Denn das Leben in der Tristesse einer Hochbausiedlung in Frankfurt/Oder prägt das Leben des Jungen genauso, wie bei Clara die reichen, aber wenig fürsorglichen Eltern. Da stellt sich die Frage was schlimmer ist.

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich “Strom auf der Tapete” euch nur empfehlen kann. Denn trotz allen “Leids”, wird nicht gemeckert und gejammert, sondern gehandelt. Und auch der Sprecher Steffen Siegmund ist gut gewählt, auch wenn ich mich anfangs erst an dessen Art zu reden und erzählen gewöhnen musste. Er hat Ron Robert an manchen Stellen doch etwas dümmer dargestellt, als der Junge eigentlich ist. Das störte mich und auch so manche Stimmlage mochte ich nicht. Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden und dieser kleine Kritikpunkt tut der Qualität der Geschichte keinen Abbruch. Diese ist dann doch schon sehr hoch und findet meine Beachtung und Lob.

Fazit

“Strom auf der Tapete” hat mir unglaublich Spaß gemacht. Diese Hörbuch und seine Geschichte lebt von einer skurrilen Handlung und starken Charakteren. Es ist ein locker geschriebenes und ebenso leicht erzähltes Road-Movie. Und auch wenn mir der Sprecher nicht in allen Belangen zusagt, mindert dies nicht die Qualität dieses Jugendromans, der zwar lebendig, aber auch leicht kritisch ist. Ein ganz besonderes (Hör-)Buch für die Leser ab 14 Jahren.

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