Causse, Manu – Die grüne Ente

Frankreich: Geschichten, die dort spielen haben oft einen besonderen Charme. Auch die Figuren sind meist skuril. Der Autor Manu Causse hat mit “Die grüne Ente” das erste Buch geschrieben, welches nun auch auf Deutsch übersetzt wurde. Diese Geschichte sprüht nur so vor französischen Charme und sonderbaren Charakteren, die so typisch für Frankreich sind.

Eric Dubon hat in seinem Leben bisher nicht so viel erreicht. Als arbeitsloser Zeichner irrt er durch den Alltag und besucht einmal wöchentlich seinen autistischen Sohn Isaac, der in einer Klinik lebt. Als Eric den Nachlass seines Onkels erbt, ist er verdutzt. Denn er erbt auch die grüne Ente, in der seine Eltern vor vielen Jahren verunglückt sind. Erics Ex-Frau bewirkt nach einem Vorfall ein Besuchverbot. Eric darf seinen Sohn nicht mehr sehen. Also entführt Eric Isaac und nimmt den Jungen mit auf einen Road-Trip. Dabei begleitet werden sie von dem Geist des Onkels und seiner Katze.

In diesem Buch geht es um so vieles. Ob es die Beziehung des Vaters zu seinem autistischen Sohn ist oder die Bewältigung der eigenen Vergangenheit. Manu Causse packte eine Menge Inhalt in sein Buch und schaffte eine wunderschöne poetische Atmosphäre. Ob es die Handlung oder die einzelnen Charaktere waren – teilweise war es schon sehr kurios und manchmal war es für mich auch ziemlich verworren. Einige Stellen musste ich mehrmals lesen, damit ich verstand, worum es ging und aus wessen Sicht hier erzählt wird. Denn in diesem Buch geht es nicht nur um Eric und Isaac. Hauptsächlich schon, aber auch die Nebenfiguren sind alle für sich ein Unikum. Der pilzsammelnde Gendarm  z. B., dessen Gedanken ich sehr gerne gefolgt bin.

Und es gibt so viele schöne Momente. Ganz besonders wenn Isaac anfängt zu lachen, geht mir das Herz auf. Der autistische Junge, der seinem Vater nie leicht gemacht hat, öffnet sich ein klein wenig auf seine Weise. Ein Schritt in eine (neue) Vater-Sohn-Beziehung. Der Onkel und seine Katze, die auf der Rückbank des 2CV mit von der Partie waren, konnte ich aber nicht so wahrnehmen, wie ich es anfangs erhofft hatte. Ihre Rollen gingen dann doch etwas unter. Ich vermisste deren Kommentare, habe da einfach mehr erwartet.

Der Autor hat einen schönen Schreibstil, der sehr lebendig und auch witzig ist. Er schuf ein Abenteuer, einen Road-Trip und zugleich einen Roman, der zum Nachdenken anregt. Ganz klar ein Buch, welches ich Liebhaber von französischen Geschichten ans Herz legen möchte. Aber auch wenn ihr es noch nicht seid, dürft ihr euch gerne dem Trupp der ungewöhnlichen Typen anschließen. Ich verspreche euch, ihr werdet euren Spaß haben.

Fazit

 

“Die grüne Ente” von Manu Causse ist ein kluger und witziger Roman mit französischen Flair und viel Lebendigkeit. Im 2CV kurvt man auf vier Reifen durch die Handlung und erlebt dabei so manche wundervolle Wandlung. Der Autor hat ein Händchen fürs Erzählen und konnte mich trotz einiger verworrener Stellen, mit seinem poetischen Schreibstil für sich gewinnen. Wer Road-Trips mag und gerne literarisch durch Frankreich reist, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

 


Quelle: Droemer Knaur

Manu Causse – Die grüne Ente
aus dem Französischen von Alexandra Baisch

  • ISBN: 978-3-426-30588-1
  • Seiten: 304
  • Erscheinungsdatum: 02. Mai 2017
  • Verlag: Droemer
  • Preis: 14,99€

Verlagsseite des Buches
Homepage des Autors

 

Klappentext

 

Was wirklich zählt im Leben hat Eric längst vergessen. Jeden Mittwoch besucht er seinen autistischen Sohn Isaac in der französischen Kinderklinik, um mit dem immerzu schweigenden Jungen Karpfen zu beobachten – bis ihm die Besuche verboten werden.
Der Zufall will es, dass Eric just zu diesem Zeitpunkt von seinem Onkel einen grünen 2CV erbt. Auf der Rückbank der Ente namens Titine sitzt neben dem Geist des toten Onkels auch dessen Katze, und beide halten sich mit Kommentaren nicht zurück. Zu kommentieren gibt es bald so einiges, denn Eric macht sich mit Autist Isaac, den er kurzerhand aus dem Krankenhaus entführt, und 2 CV Titine auf die Reise:
quer durch Frankreich, in die Vergangenheit und zurück ins Leben. Eine fabelhafte Reise, auf der ihnen ein Pilze sammelnder Gendarme begegnet, sie eine junge Frau und deren vorwitzigen Schmetterling kennen lernen und der immerzu schweigende Autist Isaac anfängt zu lachen. Quelle: Droemer Knaur

 


 

 

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