[Blogtour] Nächstes Jahr am selben Tag

Hallo 
und
Herzlich Willkommen
zum
5. Tag unserer Blogtour
zu Colleen Hoovers neuestem Werk
“Nächstes Jahr am selben Tag”

Gestern hat euch die Sonja von Lovin Books etwas über das Thema Seelenverwandtschaft erzählt. Morgen könnt ihr bei der lieben Ina in ihrer Bakery ein richtig interessantes Interview mit Katarina Ganslandt. Sie ist DIE Frau, die Colleen Hoovers Bücher übersetzt.
Bei mir geht es heute um ein ernsteres Thema:

Umgang mit Tod und Selbstmord

Wie ergeht es Menschen, die mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert werden? Was passiert mit den Hinterlassenden, die mit einem Suizid in der Familie umgehen lernen müssen?

Ich stelle mir beides unglaublich schwer vor und kann keines von beiden wirklich nachvollziehen, da ich in meinem Leben nur einmal direkt mit dem Tod konfrontiert wurde. Dies war auf beruflicher Ebene, als eine Betreute über Nacht auf einer Freizeit plötzlich verstarb und ich sie noch sehr lange versucht habe wiederzubeleben. Mittlerweile kann ich damit sehr gut umgehen und denke nur ab und daran und an die Gefühle, die ich damals hatte.
Aber ich bin nicht das Thema, denn auch wenn mein Erlebnis den Tod mit einbezieht möchte ich mich tiefer mit dem Suizid bzw. Selbstmord beschäftigen und den Umgang der Kinder & Jugendliche, die ein Elternteil verloren haben.

Abschied gehört zum Leben dazu. Und kein Abschied ist entgültiger als der Tod. Ein Wiedersehen ist nicht mehr möglich. Gerade für Familien oder gar den eigenen Kinder kann der Tod, besonders wenn es ein Freitod war, einen erheblichen Schock auslösen. Aber jeder Mensch reagiert individuell – egal ob Erwachsene oder Kinder. Manche drücken direkt nach dem Tod heftige Gefühle aus. Andere reißen sich zusammen und verdrängen das Geschehene über monate- oder jahrehinweg und zerbrechen irgendwann später an ihrer Trauer.

Kinder und Erwachsene trauern unterschiedlich. Es gibt da ein anschauliches Bild, dass die Unterschiede gut darlegt:

Erwachsene springen in ein Meer aus Trauer, schwimmen und tauchen darin unter. Kinder springen in Pfützen aus Trauer und dann wieder hinaus, hinein, hinaus.

Genauso intensiv wie Kinder ihren Alltag erleben, erleben diese die Trauer und die vielen Fragen, die mit diesem Prozess verbunden sind. In einem Moment können sie weinend da sitzen und im anderen Augenblick toben sie wieder herum. Viele Erwachsene können damit nicht umgehen, weil es für sie zu sprunghaft ist. Oft meinen sie auch, dass die Kinder viel schneller mit ihrer Trauerverarbeitung durch sind. Was so aber oft gar nicht stimmt! Besonders weil Kinder noch keine Worte dafür finden, ihre Gefühle und Ängste bezüglich des Verlustes auszudrücken, ist es wichtig, auf deren Verhalten zu achten. Ein paar Beispiele:

  • “Ich habe Angst das noch jemand stirbt.” wird oft durch klammerndes Verhalten an den (überlebenden) Erwachsenen gezeigt oder das Kind hat Probleme im Dunkeln einzuschlafen. 
  • “Ich bin so wütend.” – äußert sich oft durch Schläge und Zerstörung gegen anderer Dinge und Menschen.

Auch beim Spielen und Malen drücken Kinder ihre Gefühle aus. Deshalb ist es besonders wichtig, ihnen diesen Weg des Ausdrucks zu geben.

Erwachsene reden mit Kindern nicht gerne über Tod oder Selbstmord, da sie meinen diese beschützen zu wollen. Aber Kinder reagieren und spüren es auch sehr sensibel, wenn etwas Schlimmes passiert ist und brauchen uns Erwachsene, damit sie kindgerecht darüber informiert werden. Falls dies nicht geschieht, kann es zu Angstfantasien kommen. Sobald das Kind die Fakten weiß, beruhigen sich diese aber meist wieder. Es ist einfach wichtig, dass wir als Erwachsene so direkt wie möglich mit den Kindern über den Suizid sprechen. Wenn Kinder den Suizid eines Verwandten erleben, tauchen auf jeder Entwicklungsstufe neue Fragen nach dem Verstorbenen auf, die bei größer werdenen Kindern mit heftigen Anklagen, Empörung und den Vorwurf versagt zu haben, verbunden sein können. Ihr Bemühen, die Tatsachen dieser Todesart auf die Reihe zu bekommen, verlangt vom Erwachsenen viel Standfestigkeit. Das Ereignis gehört einfach zur Geschichte der Familie.

Da Kinder in ihrem Denken konkret sind, wollen sie vor allem wissen, warum und wie sich jemand das Leben genommen hat. Die folgenden Beispiele sind eine Anregung für Antworten:

  • Vielleicht hatte er einfach zu viele Probleme, hat alles schwarz gesehen, alles um ihn war dunkel, er hat keinen Ausweg mehr gesehen und hat sich mit einer Pistole in den Kopf geschossen.
  • Er wusste, dass er unheil krank war und wollte einfach nicht mehr leben. Da hat er sich im Schuppen erhängt.
  • Sie hatte einfach nicht mehr genug Kraft, zum Leben. In ihr war alles dunkel. Da ging sie in den Tunnel und wurde vom Zug überfahren.

 Jetzt noch ein paar Tipps zur Hilfe und Unterstützung der Trauer und des Umgangs mit Tod und Selbstmord für Kinder:

  1. Angemessene Information: Trauernde Kinder haben das Recht, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen und Informationen, die ihnen erklären, was geschehen ist, warum es geschah und was als Nächstes geschehen wird. 
  2. Beteiligt sein: Trauernde Kinder sollten gefragt werden, ob sie an Entscheidungen, die Auswirkungen auf ihr Leben haben werden, beteiligt sein möchten. (z. B. Vorbereitung bei der Beerdigung, Erinnerung an bestimmte Jahrestage)
  3. Beteiligung der Familie: Trauernde Kinder sollten Hilfe bekommen, die auch ihre Eltern (bzw. ein Elternteil) mit einschließt und die Intimsphäre eines Kindes respektiert.
  4. Zusammensein mit anderen: Trauernden Kindern tut es gut mit anderen Kindern zusammen zu sein, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. 
  5. Die Geschichte erzählen: Trauernde Kinder haben das Recht, ihre Geschichte auf ganz unterschiedliche Weise zu erzählen und mit dieser Geschichte auch gehört, gesehen und gelesen zu werden von den Menschen, die für sie wichtig sind. Zum Beispiel durch Zeichnungen, Puppen, Briefe und Worte. 
  6. Gefühle ausdrücken: Trauernde Kinder sollten sich berechtigt fühlen, alle ihre Empfindungen, die mit der Trauer verbunden sind, auszudrücken: z. B. Zorn, Traurigkeit, Schuld, Angst. Sie haben das Recht auf Hilfestellung, damit sie das in angemessener Weise tun können.
  7. Niemand ist Schuld: Trauernde Kinder brauchen Hilfe, um begreifen zu können, dass sie für einen Tod nicht verantwortlich sind und daran auch keine Schuld tragen. 
  8. Alltag: Trauernde Kinder sollten die Möglichkeit haben, sich dafür zu entscheiden, Aktivitäten und Interessen fortzuführen, die ihnen bisher wichtig waren.
  9. Die Verantwortung der Schule: Trauernden Kindern tut es gut, wenns sie eine angemessene und positive Reaktion ihrer Schule oder ihres Colleges erfahren. 
  10. Erinnerung: Trauernde Kinder haben das Recht, sich für den Rest ihres Lebens an einen verstorbenen Menschen zu erinnern, wenn sie das wollen. Das schließt auch Erinnerung ein (gute und schlimme), in denen der/die Verstorbene wieder lebendig wird. Auf diese Weise wird dieser Mensch ein wohltuender Teil in der fortschreitenden Lebensgeschichte des Kindes.

Kinder und Jugendliche wünschen sich, dass die Alltagsstrukturen erhalten bleiben. Ob es das alltägliche Aufstehen oder die täglichen Mahlzeiten sind… Erwachsene hingegen wünschen sich meist viel Freiraum und fühlen sich dem normalen Alltag oft nicht geachsen. Man sollte sich trotzdem bemühen, soviel Normalität wie möglich zu schaffen. Wenn sie Freunde oder Angehörige haben, die nicht so stark leiden, kann man diese um Hilfe und Unterstützung bitten, indem sie z. B. die Kinder zur Schule, zum Sport oder zu Freunden fahren. Für die Erwachsene bedeutet dies, einen Freiraum zu schaffen und die Kindern können sich in einem “Netzwerk von Erwachsenen” sicher fühlen.

Man kann davon ausgehen, dass Kinder genauso verunsichert, angsterfüllt, entsetzt, traurig, wütend und rastlos sind, wie die Erwachsenen. Kinder zeigen es nur anders. Daher sollten man den Kinder soviel Geborgenheit und Rückhalt wie möglich geben. Das Aufbewahren von Erinnerungen hilft auch sehr, damit Kinder in späteren Jahren  schöne Geschichten, Erlebnisse und andere Dinge von dem Verstorbenen kennenlernen.

Das Leben soll in der Erinnerung stärker sein als der Tod!

Ich hoffe, ich konnte euch allen einen guten Einblick geben, was den Umgang mit Tod bzw. Selbstmord angeht. Ich hätte noch soviel mehr zu diesem Thema schreiben können, aber ich denke, dass ich das wichtigste zusammengefasst habe.

Meine Quellen:
Quelle 1 
Quelle 2

*~*~*Gewinnspiel*~*~*
 
Platz 1
  Ein Colleen Hoover Paket bestehend aus einem Buch “Nächstes Jahr am selben Tag”, einer Autogrammkarte und einem Poster
Platz 2 
Ein Poster bzw. ein Goodie-Paket
Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr unsere  Beiträge aufmerksam lesen 
und Buchstaben sammeln. Diese ergeben dann ein Lösungswort, welches ihr am letzten Tag bei Nadines Bücherwelt in ein Formular eingeben müsst. Dann hüpft ihr in den Lostopf und könnt auf einen der tollen Preise hoffen. 🙂
Achtet also auf die roten Lettern 😉 

Morgen geht es bei Inas little Bakery weiter

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4 thoughts on “[Blogtour] Nächstes Jahr am selben Tag

  1. Hallo und guten Tag,

    ja ein Selbstmord oder auch schon der Versuch ist wirklich eine schlimme Sache und was muss da alles passieren, wenn wirklich jemand freiwillig aus dem Leben scheiden will/möchte…….oder?

    Mein schlimmstes Erlebnis war da und ist es immer noch !!!!
    Ein 16 jähriges Pärchen das gemeinsam in der Tod gegangen sind…

    LG..Karin…

  2. Ein ernstes uund schwieriges Thema und zum Glück weiter damit nicht in Berührung gekommen bin, außer das ich eben nen Buch davon Lese wo es auch das Hauptthema ist.
    Das Buch Shadows von Olivia Mae.
    VLG Jenny

  3. Hallo,
    leider habe ich schon zwei liebe Freunde aufgrund von Selbstmord verloren und kann es immer noch nicht fassen, obwohl es nun schon etwas her ist.
    Ein toller Beitrag zu trauernden Kindern.

    lg, Jutta

  4. Hallo!
    Tag 5 der Blogtour und ein schweres Thema, das du dir ausgesucht hast. Der Tod hat in meiner Familie bereits einige Male Einzug gehalten. Meine Schwiegereltern und mein Vater sind bereits gestorben und vor 2 Jahren eine liebe Freundin von mir. Doch schon während der Schulzeit sind zwei meiner Schulkollegen verunglückt und mein damaliger Hauptschulschwarm hat sich vor ca. 10 jahren das Leben genommen.
    Liebe Grüße
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

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